Die Modest Fashion Week: Mode anders
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Sie kennen die Fashion Week von Mailand, Paris, London, vielleicht sogar die von Berlin oder Kopenhagen für die Kenner. Aber kennen Sie die Modest Fashion Week?
Nein? Dabei zieht die Modest Fashion Week, die am 16., 17. und 18. April stattfand, in der Modehauptstadt Paris, die normalerweise mit einer Fülle von Stars und Glamour aufwartet, ebenfalls Aufmerksamkeit auf sich. Diese etwas andere Fashion Week beginnt, in der Branche und beim Publikum Wellen zu schlagen.
Wie der Name schon sagt, feiert die Modest Fashion Week Mode mit einem zusätzlichen Fokus: Die Vielfalt und die Designer aus Ländern, die oft nicht im Rampenlicht stehen, wie Katar, Nigeria oder Indonesien. Ein Ereignis, das man kennen sollte, um sich für die Welt zu öffnen und das einmal mehr bestätigt, dass Mode keine Grenzen kennt.
Kurze Einführung in die Modest Fashion Week
Die Modest Fashion Week wurde Ende der 2010er Jahre ins Leben gerufen, um einem lange vernachlässigten Segment der Mode sowie Kulturen, die nicht ausreichend gewürdigt werden, internationale Sichtbarkeit zu verleihen. Dies ist insbesondere Initiativen wie der Organisation Think Fashion zu verdanken, die es dem Event ermöglicht hat, weltweit Fuß zu fassen.
Von den ersten Ausgaben in Städten wie Istanbul oder Dubai an hat die Modest Fashion Week Aufmerksamkeit erregt, indem sie eine Alternative zu den traditionellen Zeitplänen bietet. Das Ziel ist es, einen Raum zu schaffen, in dem sich die Designer der Modest Fashion frei ausdrücken können und gleichzeitig einer wachsenden Nachfrage des Publikums gerecht werden.
Über Religion und kulturelle Vielfalt hinaus ist der „modest“ Stil, der hier repräsentiert wird, alles andere als eine Nische. Die Modest Fashion ist heute Teil einer globalen Dynamik. Angetrieben von einer neuen Generation vernetzter Verbraucherinnen, spiegelt sie eine starke Erwartung wider: den Wunsch nach einer inklusiveren Mode, die kulturelle Identitäten und individuelle Entscheidungen respektiert.
Ein wachsender Einfluss auf die Modeindustrie
Das Aufkommen der Länder im Nahen Osten sowie das steigende Bildungsniveau und die Unabhängigkeit der Frauen haben zweifellos viel mit dem wachsenden Interesse an solchen Veranstaltungen zu tun. Die Modest Fashion etabliert sich heute als ein wirklich strategisches Segment für die Branche. Laut mehreren Studien beläuft sich das Marktvolumen weltweit auf Hunderte von Milliarden Dollar und vor allem, es wächst weiter, unterstützt von einer jungen, vernetzten Generation, die nach Repräsentation strebt.
Kulturell ist der Wandel ziemlich klar. Die Zeit, in der der Westen die Codes diktiert hat? Ein wenig überholt. Heute möchten junge Frauen ihre Kultur umarmen, ohne Kompromisse beim Stil einzugehen. Es ist nicht mehr die Frage, zwischen Tradition und Moderne zu wählen; sie mixen, sie eignen sich an, sie erfinden neu.
Und das bringt zwangsläufig Bewegung in die Sache.
Die großen Marken beobachten das ganz genau. Einige passen sich an, andere lassen sich offen inspirieren. Weit geschnittene Silhouetten, kontrollierte Lagen, neue Denkweisen in Bezug auf Kleidung… was einst als „anders“ galt, wird langsam zum Mainstream.
Kurz gesagt, es ist nicht mehr nur ein Trend, den man aus der Ferne beobachtet. Es ist ein echter Perspektivwechsel.
Die Designer, die man im Auge behalten sollte
Es ist unmöglich, sie alle aufzulisten, aber ich präsentiere Ihnen eine kleine Auswahl von Designern, die es geschafft haben, in dieser Pariser Ausgabe der Modest Fashion Week auf sich aufmerksam zu machen.
Soutoura
Einer meiner Lieblingskollektionen, mit einem Hauch von Balenciaga aus der Demna-Ära. Die neue Kollektion kombiniert eine Street-Art-Ästhetik mit interessanten Schnitten, Schmuck, Lederstoffen und Jeansstücken. Die französische Marke verbindet Modernität mit Schlichtheit.
Flaunt Archive
Die Marke, die aus Nigeria stammt, bietet bescheidene Kleider mit schönen Schnitten an, mit Details wie kunstvoll gestalteten Ärmeln, die den Reichtum der nigerianischen Kultur widerspiegeln. Die Farben sind strahlend und die Texturen entsprechen den Erwartungen von Frauen, die Komfort ohne Kompromisse bei der Ästhetik suchen.
Arsumerzaeva
Die aus Russland stammende Arsumerzaeva bietet moderne, feminine und charaktervolle Outfits an. Die Schnitte sind ausdrucksstark und für Frauen gedacht, die stolz darauf sind, wer sie sind und welche Werte sie vertreten.
Garzia
In der Türkei gegründet, hat die Marke das Ziel, das kulturelle Erbe des Landes zu ehren und gleichzeitig die Weiblichkeit zu betonen. Das Ergebnis? Ultra schicke und feminine Silhouetten, mit wirklich elegant neu interpretierten einfachen Teilen. Garzia spielt mit minimalistischen Basics der Garderobe, in sanften Farben und modernen Schnitten, die sofort ins Auge fallen.
Nada Puspita
Die Sanftheit Südostasiens, genauer gesagt aus Indonesien, auf den Laufstegen. Indonesien ist ein muslimisches Land, dessen Einwohner bestimmte Regeln in Bezug auf die Kleidung befolgen müssen, insbesondere das Tragen eines Kopftuchs. Die Farben sind sanft, wie zartes Rosa, Beige oder Karamell. Die leicht glänzenden Materialien verleihen den Teilen noch mehr Leichtigkeit.
Bild in der Überschrift: ©Rooful Ali/model von Afrik Abaya