
Marinières und Marinepullis: Bretonische Klassiker, neuer Look
This publication is also available in: Français
English (UK)
Italiano
Español
English (US)
Unter den raffiniertesten Konstanten der Damenmode sind nur wenige Teile in der Lage, Erbe, Funktionalität und Eleganz so gut zu vereinen wie das marinière und der Pulli marin. Auf den Laufstegen der Kollektionen Frühling-Sommer 2025 beobachtet, sind diese bretonischen Klassiker Teil einer neuen Dynamik, getragen von einer Mode, die essenzieller und bewusster ist.
Am Vorabend der neuen Saison kehren sie mit einem erneuerten Sinn für Schnitt, Texturen und Attitüde zurück auf die Bühne. Weder vintage noch rein funktional, definieren sie neu, was es heute bedeutet, stilvoll zu sein — ohne ihre Wurzeln zu verleugnen.
Ein bretonisches Erbe mit überarbeiteten Linien
Ursprünglich in den bretonischen Häfen geboren, wurden das marinière und der Pulli marin zunächst dafür konzipiert, den Elementen zu widerstehen. Codierte Streifen, dichte Maschen, geknöpfte Kragen: jedes Detail hatte seine Funktion. Doch schon früh eroberte die Mode diese Teile, von Coco Chanel über Jean Paul Gaultier bis hin zu den Ikonen der Pariser Garderobe.
Heute wird dieses technische Erbe neu interpretiert. Die Schnitte modernisieren sich, die Materialien werden flexibler, die Details subtiler. Eine neue Lesart einer Garderobe, die im Realen verankert ist, aber entschieden auf Stil ausgerichtet bleibt.


Die marinière für Frauen, ein Icon zur Neuinterpretation
In den kommenden Kollektionen kehrt die marinière für Frauen in einer erweiterten Farbpalette und mutigeren Schnitten zurück. Oversize, verkürzt, betont mit einem markanten Bootsausschnitt oder aus einem ultraleichten Material gefertigt, passt sie sich allen Interpretationen des Stils an, vom Klassischen bis zum Avantgardistischen.
Die neuen Varianten der marinière für Frauen bestätigen ihren Status als zeitloses Stück, das mit Feingefühl neu interpretiert wurde.
Bereits auf den Laufstegen der Frühling-Sommer 2025 Shows — insbesondere bei Chanel, Dior und Balmain — etabliert sie sich als starkes Stück, zwischen Erbe und Modernität. Kombiniert mit einer beigen Hose oder unter einem lässigen Blazer getragen, wird sie zum zentralen Element einer urbanen und gleichzeitig lässigen Garderobe.


Der Pulli marin, Struktur und Stil in reinster Form
Ein weiterer Pfeiler der bretonischen Garderobe, der Pulli marin, setzt seinen diskreten Aufstieg in den aktuellen Silhouetten fort. In den jüngsten Kollektionen passt er sich einem bewegten Lebensstil an: feinere Maschen, natürliche Farbtöne (beige, gewaschenes Marineblau, Sand), leicht geschmeidigere Volumen. Seine Identität bleibt intakt, doch seine Nutzung wird demokratisiert.
Ob über einem fließenden Kleid oder kombiniert mit einer klassischen Jeans getragen, verleiht er eine sanfte Strenge, perfekt für die Übergangszeiten — diese Momente, in denen sich Eleganz in Texturen ebenso wie in Schnitten ausdrückt.


Die klassischen maritimen Stücke im Blick der Designer
Bei Ami, Miu Miu oder Isabel Marant sind die Anspielungen auf das Marine-Uniform zwar diskreter, aber immer noch bedeutend. Schulterknöpfe, grafische Streifen, elegantes Marineblau: die Codes sind vorhanden, aber durch eine zeitgenössische Linse betrachtet, weit entfernt vom Klischee.
Diese Erneuerung spiegelt ein breiteres Verlangen nach lesbarer, nachhaltiger und geerbter Mode wider, in der die Stücke eine Geschichte erzählen und gleichzeitig die Codes eines durchdachten Luxus annehmen.


Wie trägt man den maritimen Stil ohne Nostalgie?
Wenn es eine Lektion gibt, die man aus dieser Neuinterpretation der bretonischen Klassiker ziehen kann, dann ist es die Suche nach dem Gleichgewicht. Ein marinière in Übergröße mit einem strukturierten Midirock, ein Pulli marin tailliert über einem Popeline-Hemd oder um die Schultern gebunden wie ein Accessoire: Der maritime Stil spielt sich jetzt im Detail ab.
Vermeiden Sie den totalen Strandlook, bevorzugen Sie Kontraste in den Volumen, edle Materialien und neutrale Töne: so fügen sich diese Essentials in eine aktuelle, dezent gewagte Silhouette ein.
Die ikonischen Teile der bretonischen Garderobe sind nicht mehr nur saisonale Erinnerungen. Ihre Rückkehr unterstreicht einen tiefergehenden Willen: die Mode in einen Dialog zwischen Erinnerung und Modernität zu verankern. In grafischer oder subtil abgewandelter Form setzen marinières und Pullis marins diese Bewegung in Richtung einer eleganten, kunstlosen — essenziellen, verkörperten, nachhaltigen — Ästhetik fort.